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Baumaterialien und Biophysik

Bei der Auswahl der Materialien ist die Bauphysik das Auswahlkriterium. Genau genommen sind Wärme, Feuchte, Schall und Brandschutz die richtungsweisenden Kriterien.

Die Liste der Baumaterialien ist lange. Angefangen beim trockenen Bauholz, das inzwischen ohne gesundheitsschädliche Imprägnierung verbaut wird, bis zum höher belastbaren verleimtem Brettschichtholz, sehr gefragt für längere Spannweiten.

Für statische Zwecke kommen Plattenwaren aus Schichtplatten zum Einsatz um z.B. schlanke Dachüberstände zu erstellen und ganze Untersichten von Decken und Wänden zu gestalten.

Gipsfaser und spezielle Brandschutzplatten kommen für Verkleidungen im Innenbereich zum Einsatz.

Diffusionsoffene Konstruktionen haben sich durchgesetzt, was bedeutet dass Feuchtigkeit innerhalb der Konstruktion wandern kann.

Gerade der Wärmeschutz muss in Verbindung mit Feuchteschutz gesehen werden. Anfallende Feuchtigkeit darf sich nicht anhäufen und so die Baumaterialien schädigen. Holz fängt an zu modern, die nasse Wärmedämmung dämmt nicht mehr und die Oberflächen im Innenbereich fangen an zu schimmeln.

Voraussetzung hierfür ist auch eine luftdichte Konstruktion, damit die warme und feuchte Innenluft nicht durch Luftströmungen (Konvektion) in der Konstruktion dann an den kalten Außenbauteilen kondensieren kann.

Die nachströmende Kaltluft muss dann wieder aufgeheizt werden.

Vorteilhaft sind  natürliche Dämmmaterialien wie recycelte Zellulose und Holzfaserplatten.  Diese haben den Vorteil, dass sie Feuchtigkeit in ihren natürlichen Zellen speichert und untereinander weiterleiten kann. Auch sind sie gute Wärmespeicher und wirken der Hitze im Sommer entgegen. Im Energiesparhaus geben Sie diese in der Nacht wieder in den Innenraum ab.

Wegen des Feuchteschutzes sollten auch kalte Oberflächen im Gebäudeinneren vermieden werden, sogenannte Wärmebrücken. Die feuchte Innenluft kondensiert darauf und freies Wasser fällt an; der ideale Nährboden für Schimmelpilze gerade auf Gips und kohlenstoffhaltigen (z.B. Tapeten/ Holz) Oberflächen.

Dampfsperren im Innenbereich bremsen die Diffusion von Wasserdampf innerhalb der Konstruktion.

Windsperren im Außenbereich bremsen den Wind und sichern vor Schlagregen.

Bei Mineralfaser, Styropor und sonstigen Dämmmaterialien, welche keine Feuchtigkeit speichern können, muss auf die Luftdichtigkeit und Dampfsperren besonders wert gelegt werden.